Der Olympia die Fackel ausblasen!
Gegen die 150-Jahr-Feier der rechtsextremen Burschenschaft Olympia.
Am
20. November begeht die einschlägig bekannte akademische Burschenschaft
Olympia im Rahmen ihres 150. Stiftungsfest eine Feier auf ihrer Bude in
der Gumpendorferstraße. In der Vergangenheit tat sich dieser Männerbund
immer als eine der rabiatesten völkischen und deutschnationalen
Verbindungen in Wien und Österreich hervor. So sind immer wieder
antisemitische Äußerungen der Olympia zu vernehmen, die beispielsweise
das Festhalten am „Arierparagraphen“ nach 1945 dokumentieren. Weiters
lud die Korporation 2005 den Holocaustleugner David Irving nach Wien
ein. Erinnert sei auch an den Olympen Martin Graf, der sich im ORF
nicht darauf festlegen lassen wollte, dass im Nationalsozialismus
millionenfach Jüdinnen und Juden ermordet wurden. Immer wieder ist es
gerade die Olympia, die gegen das bestehende Verbotsgesetz hetzt und
darüber hinaus jammert, dass „ein Deutscher über einzelne ’sensible‘
Fragen der Geschiche nur in den von den Umerziehern und ihren deutschen
Helfern vorgegebenen Bahnen denken und sprechen“ dürfe.
Abgesehen
davon, dass Frauen generell der Zugang zu den burschenschaftlichen
Männerbünden verwehrt wird, äußert sich die Olympia darüberhinaus zur
Rolle der Frau wie folgt: „Hast du […] eine Freundin mit, die weder
schön noch still ist, kurz: bist Du auf irgendeine Weise abnormal oder
unfröhlich, dann bleib lieber zu Hause.“ An eben dieser Stelle treffen
sich Olympia und FPÖ inhaltlich, wenn letztere in regelmäßigen
Abständen gegen den angeblich vorherrschenden „Gender-Wahnsinn“ und
„MenschInnen“ polemisiert und bei Abtreibungen nicht vor Vergleichen
mit Holocaust und zweitem Weltkrieg zurückschreckt.
Auch in
puncto rechte Gewalt spielte die Olympia in der Vergangenheit in
Österreich und darüber hinaus eine führende Rolle. So wurde das erste
politische Todesopfer der zweiten Republik, der KZ-Überlebende und
Antifaschist Ernst Kirchweger, 1965 auf einer Demonstration gegen den
Antisemiten Borodajkewycz vom Olympen Günther Kümel erschlagen. Auch am
„Südtirol“-Terrorismus, der insgesamt 21 Menschen das Leben kostete,
waren Mitglieder der Olympia tonangebend beteiligt. Dies führte sogar
dazu, dass die Olympia aufgrund ihrer Verstrickungen in den Terrorismus
1961 behördlich aufgelöst wurde. Jedoch konnte sie sich zwölf Jahre
später wieder neugründen. Auch ein Blick auf die musikalische
Veranstaltungspolitik der Olympia in den letzten Jahren liest sich wie
ein Who-is-who neonazistischer Liedermacher: Frank Rennicke, Michael
Müller und schließlich Jörg Hähnel traten im Verbindungshaus auf.
Und
auch aktuell treten Olympia-Mitglieder einschlägig in Erscheinung. Seit
nunmehr über einem Jahr bekleidet der „Alte Herr“ der Olympia Martin
Graf nun schon das Amt des dritten Nationalratspräsidenten. In dieser
vergleichsweise kurzen Zeit trat der Parlamentarier verschiedentlich
mit jenseitigen Äußerungen an die Öffentlichkeit: So diffamierte Graf
den Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, mit
dem Vorwurf dieser sei ein „Ziehvater des Linksterrorismus“, stellte
rechtsrevisionistisch die Zugehörigkeit „Südtirols“ zu Italien in Frage
und beschäftigte mit Sebastian Ploner und Marcus Vetter zwei
parlamentarische Mitarbeiter, die in größeren Mengen bei einem
Neonazi-Versand Bestellungen getätigt hatten. Es zeigt sich, dass die
Olympia beste Verbindungen sowohl zur FPÖ und ins Parlament, als auch
zur militanten Neonazi-Szene hat.
Bezeichnend ist auch, dass
der Abend im Olympen-Haus den Startpunkt eines nationalistischen und
rechtsrevisionistischen Wochenendes markiert. So findet am Tag darauf
im Palais Palffy ein Symposium zur imaginierten „Vertreibung und
Entstaatlichung Europas“ statt, bevor am Abend dann das Tanzbein zu
„200 Jahre Tiroler Freiheitskampf“ und „150 Jahre Burschenschaft in
Österreich“ geschwungen wird.
Grund genug der „Festgemeinschaft“ am Freitag einen gebührenden Empfang zu bereiten!
Antisemitismus, Sexismus, Rassismus und Homophobie immer und überall entgegentreten!
Staat, Nation und Volksgemeinschaft sind kein Grund zum Feiern!
Burschenschaft Olympia auflösen!
Treffpunkt zur Demonstration:
20.11.2009 – 19:00Uhr – U6-Station Gumpendorfer Straße
Es rufen auf:
Rosa Antifa Wien, Autonome Antifa Wien, Gruppe AuA!, Kommunistischer
StudentInnenverband – Linke Liste, ÖH Uni Wien, Grüne und alternative
StudentInnen Wien, Fakultätsvertretung Geistes- und
Kulturwissenschaften